Turmaline
Mai 7, 2008 · Print This Article
Wissen über Turmaline ist Allgemeinbildung
Dass Turmalin ein historisch bekanntes Mineral ist, belegen bereits Aufsätze im Turmalin Blog von Johann Wolfgang von Goethe und Johann Samuel Traugott Gehler. Der Turmalin war aber nicht nur in Fachkreisen und Fachliteratur über Mineralien und Edelsteine bekannt und beschrieben. Sogar in allgemeinen Nachschlagewerken, wie dem Meyers Konversations Lexikon, die der Allgemeinbildung dienten und für Schüler und Studenten das waren, was heutzutage die Suchmaschine Google ist, wurde Turmalin oder Schörl ausführlich dargestellt.
Das Meyers Konversations Lexikon gehört zu den wichtigsten deutschsprachigen enzyklopädischen Nachschlagewerken allgemeinen Inhalts, das in der Zeit des 19. und 20. Jahrhunderts in mehreren Auflagen vom Bibliographischen Institut herausgegeben wurde. Es ist nach seinem Gründer Joseph Meyer benannt. Die Fortsetzung und Weiterentwicklung des Lexikons wurde im Jahre 1986 zugunsten der Brockhaus Enzyklopädie gänzlich eingestellt, nachdem der Brockhaus-Verlag und das Bibliographische Institut 1984 zum Bibliographischen Institut & F. A. Brockhaus fusioniert waren.
Meyers Konversationslexikon über Turmalin
Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892
Turmalin (Schörl), Mineral aus der Ordnung der Silikate (Turmalingruppe), kristallisiert rhomboedrisch, ausgezeichnet hemimorphisch, meist mit vorwaltender, gewöhnlich stark gestreifter Säule. Er findet sich aber auch in derben, stängeligen (Stangenschörl) und faserigen, auch körnigen Varietäten; er ist selten farblos und durchsichtig, gewöhnlich grau, gelb, grün, blau (Indikolit), rot (Rubellit), braun oder schwarz (Schörl), glasglänzend, durchsichtig bis undurchsichtig, wird durch Reiben oder Erhitzen stark elektrisch (daher sein Name: Aschenzieher); Härte 7-7,5, spez. Gew. 2,94-3,21. Die chemische Zusammensetzung des Turmalins ist eine äußerst komplizierte; nach Rammelsberg lassen sich indessen alle Varietäten als isomorphe Mengungen der Silikate R(I)6SiO5, R(II)3SiO5 und (R2)(IV)SiO5 ^[R(I)_{6}SiO_{5}, R(II)_{3}SiO_{5} und (R_{2})(IV)SiO_{5}; s. Bildansicht] auffassen, worin Kalium, Natrium, Lithium, auch Wasserstoff als einwertige, Magnesium, Eisen, Mangan und Calcium als zweiwertige Elemente, Aluminium, Bor und Eisen in sechswertigen Doppelatomen auftreten und ein Teil des Sauerstoffs durch Fluor ersetzt ist (s. Tafel “Edelsteine”, Fig. 17 u. 18). Von den Varietäten des Turmalins findet sich der Schörl in vielen alten Silikatgesteinen (Granit, Gneis, Talk-, Chlorit- und Glimmerschiefer) sowie in Kalken und Dolomiten und bildet im grob- oder feinkörnigen Gemenge mit Quarz den Turmalinfels (Schörlfels), in lagenweiser Anordnung den Turmalinschiefer (Schörlschiefer). Hauptfundorte für große Kristalle sind der Hörlberg in Bayern, das Zillerthal und andre Orte in Tirol, Norwegen, für farblosen Turmalin Elba, für Rubellit Elba und Rozna in Mähren; grüne, braune und doppelfarbige kommen von Penig in Sachsen, vom St. Gotthard, aus Kärnten, vom Ural, aus Massachusetts, Maine etc., Indikolith von der Insel Utö in Schweden und aus Brasilien. Turmalin dient als polarisierende Substanz in Polarisationsinstrumenten, namentlich den sogen. Turmalinzangen, und ist in einigen Varietäten (edler Turmalin) ein geschätzter Edelstein. Im Handel heißen die roten Turmaline Rubellit, Sibirit oder sibirischer Turmalin, die blauen brasilischer Turmalin, die grünen brasilischer Smaragd, die gelblichgrünen ceylonischer Chrysolith.
Turmalinfels (Schörlfels), wenig verbreitetes Gestein, aus Quarz und schwarzem Turmalin (in Körnern oder Nadeln) gebildet. Gewöhnlich gleichzeitig mit turmalinführenden Graniten, selten (Cornwall, Eibenstock und im Erzgebirge) selbständig vorkommend, ist es teils dicht, teils körnig, teils schieferig (Turmalinschiefer).




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